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Umwelt

Schaffung eines Flachmoors und Revitalisation des Millibachs im Turtiggrund

Die von den Autofahrern von der Kantonsstrasse aus wahrgenommene Landschaft zwischen Gampel und Raron hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Der Turtiggrund, ein ehemaliges Sumpfgebiet, das in den 1970er Jahren entwässert und seither intensiv als Ackerland genutzt wurde, war 2012 das Ziel einer Ersatzmaßnahme im Rahmen des Baus der A9. Dieser 4,5 Hektar große Acker wurde vollständig in ein Feuchtgebiet zurück verwandelt. Aktuell sind diverse Lebensräume vorzufinden: mehrere kleine Weiher, ein allmählich sich entwickelnder Wald, Schilfflächen, Feuchtweiden und Pionier-Lebensräume.

Während der Gestaltungsarbeiten wurde der obere Teil des zu nährstoffreichen Bodens abgetragen und das flache Feld durch ein heterogenes Relief aus Hügeln, temporär überfluteten Flächen und Teichen ersetzt. An verschiedenen Orten wurden Lesesteinhaufen und Totholzinseln geschaffen, die Reptilien, Amphibien, Nagetieren und anderen Insekten Zuflucht bieten. Ausserhalb des Zauns wird das Feuchtgebiet durch Mähen unterhalten, während der zentrale Bereich von Pferden beweidet wird. All diese Maßnahmen erzeugen ein Mosaik von Biotopen, welche eine reiche und spezialisierte Fauna und Flora beherbergen.

Der Abschnitt des Millibachs, der den Süden des Grundstücks begrenzt, wurde revitalisiert. Der ehemalige Kanal wurde verbreitert, um dem Bach Raum zum Mäandrieren zu gewähren. Die Variationen, die sich daraus für den Strom ergeben, ermöglichen verschiedenen Arten die Entwicklung aller Lebensphasen. Forellen zum Beispiel laichen auf Kiesflächen, die durch die Strömung mit Sauerstoff versorgt werden. Nach dem Schlüpfen ziehen es die Jungfische vor, in ruhigere Gewässer zu wandern. Entlang des Kanals wurden große Steine, Baumstümpfe und Stämme gelegt, die wertvolle Verstecke für die Fischfauna bieten.

Vor der Wiederherstellung fanden sich im Turtiggrund kaum noch gefährdete Arten wie die Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica). Dank der Renaturierung konnte sich eine stattliche Anzahl seltener Arten ansiedeln. Heute gibt es Arten wie den Wiesen-Alant (Inula britannica), das Kleine Tausendgüldenkraut (Centaurium pulchellum), den Deutschen Sandlaufkäfer (Cylindera germanica) oder die Sumpf-Schrecke (Stethophyma grossum).

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