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Jacques Melly

Staatsrat und Chef des Departements für Mobilität, Raumentwicklung und Umwelt (DMRU)

 

Herr Melly, der Bau der Autobahn im Oberwallis kommt nicht schnell genug voran, finden manche. Finden Sie das auch?

Der Bau einer Autobahn ist ein komplexes Unterfangen, mit vielseitigen Herausforderungen: unvorhersehbare, geologisch schwierige Situationen, langwierige Verwaltungs- und Rechtsverfahren aber auch Änderungen und Anpassungen der Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen als Folge der Ereignisse im Mont-Blanc- und Gotthardtunnel. Zudem werden 16,8 km der 34,8 km langen Autobahn A9 im Oberwallis unter Tage gebaut. Angesichts der anspruchsvollen Ausgangslage arbeitet man auf den Baustellen so schnell wie möglich. In den letzten eineinhalb Jahren konnten wir rund 11 km Autobahn für den Verkehr öffnen. Jahr für Jahr werden rund 15O Millionen Franken in die Fertigstellung der Autobahn investiert, das sind rund 75O'OOO Franken pro Werktag.

Eine wichtige Etappe wird die Durchquerung des Pfynwalds sein. Wie steht es damit?

Da dieser unter Naturschutz steht, sind verschiedene Ersatz- und Wiederherstellungsmassnahmen geplant bzw. notwendig. Heute steht das Ausführungsprojekt und liegt seit Herbst 2O17 dem Bundesamt für Umwelt, Verkehr und Kommunikation (UVEK) zur Prüfung vor. Bei der öffentlichen Planauflage gingen 92 Einsprachen ein. Diese sind nun von unterschiedlichen kantonalen und eidgenössischen Instanzen zu behandeln, deren Entscheide können dann auch noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Wann wird die Autobahn A9 fertig sein?

Zurzeit befinden sich mit Ausnahme der Durchquerung des Pfynwalds sämtliche Teilstücke der Autobahn A9 im Oberwallis in der Bau- bzw. Betriebsphase. Beim Gedeckten Einschnitt in Raron konnten die Bauarbeiten im März 2O18 aufgenommen werden und mit der geplanten Inbetriebnahme des Tunnels Visp 2O21/2O22 steht bereits eine weitere, wichtige Etappe bevor. Eine Jahrzahl für die Eröffnung der gesamten Autobahn A9 im Oberwallis zu nennen ist schwierig. Wie die Vergangenheit zeigt, hängt das von vielen Faktoren ab. Was aber feststeht, ist, dass die Verantwortlichen alles in ihrer Macht stehende tun, um den Bau der Autobahn A9 so zügig wie möglich voranzubringen.

Können Sie uns sagen, was die Autobahn A9 für Sie persönlich bedeutet?

Die Autobahn A9 trägt zum Zusammenhalt innerhalb des Kantons Wallis bei. Die beiden Sprachregionen rücken zusammen - und bisher Unbekanntes wird entdeckbar. Wäre ich als Gast im Wallis unterwegs, würde ich es schätzen, der Vielfältigkeit unseres Kantons auf eine deutlich konfortablere Art und Weise auf die Spur zu kommen.


Herzlichen Dank für das Gespräch.

(Interview aus A9Info Mai 2018)

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