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Jürg Röthlisberger

Heutiger Direktor des Bundesamtes für Strassen (ASTRA)

Herr Röthlisberger, in welchen Kantonen neben dem Wallis ist die Netzvollendung der Autobahn noch nicht abgeschlossen?

Betrachtet man ausschliesslich die noch zu bauenden Nationalstrassenabschnitte so sind inklusive Wallis noch 10 Kantone von der Netzvollendung betroffen (VS. BE. ZH. UR. SZ. BS. JU, OW. GR. NE). Hinzu kommen weitere 4 Kantone. wo nach der Inbetriebnahme der letzten Teilstücke und im Rahmen von Kompensations- oder flankierenden Massnahmen noch kleinere Projekte zu realisieren sind (NW, SO. FR. VD).  

Weshalb ist aus Ihrer Sicht die Netzvollendung im Wallis noch nicht abgeschlossen?

Da haben verschiedene Gründe mitgespielt: Zum einen sind geologische und geotechnische Schwierigkeiten zu nennen. welche in gewissen Fällen erst bei der Bauausführung voll in Erscheinung getreten sind und zu Verzögerungen geführt haben. Zum anderem wurden aufgrund der grossen Tunnelbrände im Mont Blanc-, Tauem- und Gotthardtunnel verschiedene Normen und Richtlinien überarbeitet, was gewisse Anpassungen an die Projekte erforderten. Nicht zuletzt mussten auch politische Entscheidungsfindungsprozesse in Einklang mit dem mehrphasigen Entstehungsprozess einer Nationalstrasse gebracht werden, was nicht immer ohne Reibungsverluste über die Bühne ging.

Ist seitens des Bundes die Finanzierung der Netzvollendung im Wallis auch weiterhin bis zum Projektende gesichert?

Mit dem Netzbeschluss von 1960 hat das Parlament entschieden, wie das Nationalstrassennetz gestaltet werden soll. Diese Gesetzesgrundlage ist nach wie vor gültig und somit geniesst die Netzvollendung eine hohe Priorität. Um diese auch finanziell sicherzustellen, wurde der lnfrastrukturfonds mit insgesamt 8.5 Mia. CHF für die Netzfertigstellung ausgestattet. Darauf aufbauend erfolgt die langfristige Finanzplanung, welche im vier jährigen Rhythmus dem Bundesrat zur Genehmigung vorgelegt wird. Die Finanzierung der Nationalstrasse im Oberwallis ist somit sichergestellt.

Wie gestalten sich die Rollenverteilung und die Zusammenarbeit zwischen Bund (ASTRA) als Finanzierer und künftiger Belreiber der Autobahn und dem Kanton Wallis als Bauherrn?

Sie sagen es richtig: Für die Netzvollendung, und nur für die Netzvollendung ist der Kanton Wallis Bauherr: Das ASTRA als Geldgeber mit einem Anteil von 96% und als zukünftige Eigentümerin und Betreiberin ist auf der anderen Seite natürlich bestrebt auch im Wallis nationale Standards umzusetzen. In dieser Konstellation ist das ASTRA somit auch in der Rolle der Oberaufsichts- und Genehmigungsbehörde. Die Zusammenarbeit zwischen Kanton und Bund kann also nur .funktionieren, wenn Hand in Hand gearbeitet wird und beide Instanzen als Team auftreten und wahrgenommen werden. Diese Zusammenarbeit funktioniert heute gut.

Wagen Sie eine Prognose für den Autobahnbau im Oberwallis?

Die Nationalstrasse im Oberwallis ist gegliedert in verschiedene Abschnitte, verschiedene Projekte und verschiede Lose. Meine Überzeugung ist, dass heute alle am Prozess Beteiligten in ihrem Bereich ihr Möglichstes tun, um dieses Stück nationale Infrastruktur in der geforderten Qualität und zu den geplanten Kosten zu realisieren. Dies zudem möglichst schnell: aber auch nicht schneller.

Danke für das Gespräch.

(Interview aus A9Info November 2013) 

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