Bannerbild

Dr. Peter Oggier

Direktor regionaler Naturpark Pfyn

Herr Oggier, welches ist für Sie der schönste Platz im Regionalen Naturpark Plyn-Finges?

Zunächst einmal ist der gesamte Naturpark schön, gerade in dieser Zeit, wo wir das grosse Privileg haben, zwischen dem Frühling im Tal und dem Winter in den Bergen wählen zu können. Unser Park besteht ja nicht nur aus dem Schutzgebiet Pfynwald, sondern umfasst 12 Gemeinden der Bezirke Leuk und Siders. Mir gefallen die Steppen in unserem inneralpinen Trockental, aber auch die Leuker Teiche («Gille») und schliesslich der Pfynwald als solcher. Bei uns findet sich die ganze Bandbreite an Vegetation: von Spitzbergen bis nach Sizilien.

Und nun fährt mitten durch den Naturpark, dem Schutzgebiet, eine Autobahn. Wie sehen Sie das?

Es tönt paradox, aber durch die A9 wird das Schutzgebiet Pfynwald aufgewertet. Ich musste dies den Evaluierenden des Parks beim Bund auch aufzeigen, denn für diese ist die Autobahn ein sogenannt schwerwiegender Eingriff. Die Aufwertung besteht darin, dass die Autobahn ja über 4.2 km verdeckt verläuft. Anstelle der heutigen Kantonsstrasse haben wir dort später nur noch Grün. Damit ist auch die breiteste Wildpassage der Schweiz geschaffen: mit einer Breite von 4,2 km übertrifft sie die bundesgerichtliche Vorgabe von 42 m bei weitem. Hinzu kommen die zahlreichen Aufwertungs- und Ersatzmassnahmen sowie die Beiträge an die touristische Infrastruktur (z. B. die neuen Passerellen bzw. Hochbrücken im Pfynwald). Für mich ist die Bilanz also positiv.

Wie ist es in der Bauphase?

Während der Bauphase verläuft der Alltagsverkehr über die neue T9 via Salgesch. Natürlich wird im Pfynwald vorübergehend viel Land verschoben. Aber die Baustelle gibt uns auch immer wieder die Gelegenheit, mit den Menschen zu kommunizieren, die sich um das Wohl des Parkes sorgen. Es weckt Interesse in der ganzen Schweiz. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der A9 ist sehr gut.  

Welches sind die Highlights des Parkes?

Wir verfügen gegenüber anderen Parks in der Schweiz über drei gewichtige Vorzüge: Wir haben den lllgraben, weisen die grösste Artenvielfalt an Vögeln auf und produzieren im Perimeter unseres Parkes viele sehr bekannte Weine. Diese drei Aspekte machen uns einzigartig. Jetzt im Frühjahr kommen - mitten in der Zwischensaison - Vogelfreunde aus der ganzen Schweiz, die beispielsweise unser Juwel, den Bienenfresser, beobachten wollen. Das zeigt uns, wie einmalig unser Naturpark ist und warum er eines von nur 14 Gebieten schweizweit ist, welches diese nationale Auszeichnung erhalten hat!

Herzlichen Dank für das Gespräch. 

(Interview aus A9Info Mai 2015) 

Bilder

 

KONTAKT

Amt für Nationalstrassenbau
Kantonsstrasse 275 | Postfach 160
3902 Glis

info@a9-vs.ch
TEL. +41 27 606 97 00
FAX. +41 27 606 97 01